Der perfekte Lenkdrachen für Einsteiger

Transkript zur Folge „Der perfekte Lenkdrachen für Einsteiger“:

Hallo hier ist der Sebastian und herzlich Willkommen zu einer neuen Folge von Let‘s Kite. Wie bereits angekündigt möchte ich dir in dieser Folge den perfekten Einsteigerdrachen vorstellen. Ich muss dazu sagen, dass ich bisher keinen Lenkdrachen in meiner Drachentasche hatte, der meine Kriterien an so einen perfekten Einsteigerdrachen erfüllt. Deshalb habe ich mich auf die Suche gegeben und im Internet nach einem Drachen gesucht, der meine Kriterien erfüllt. Das meiner Meinung nach wichtigste Kriterium an einen Einsteigerdrachen ist, dass er von einem Anfänger überhaupt aufgebaut werden kann. Ich hab das in der letzten Folge schon angeschnitten, dass eine 50 Meter lange Leine, wie sie gerne mal bei einem Discounterdrachen beiliegt, den Einsteiger echt überfordern kann. Also bau mal so einen Drachen auf und wickel die Leine auf die korrekte Länge ab? Für welche Länge wirst du dich entscheiden? Also ein Einsteigerdrachen sollte ein Leinenset dabei haben und die Länge sollte auch sinnvoll gewählt sein. Der Drachen sollte robust sein und auch Abstürze unbeschadet überstehen. Gutmütig, nicht zu schnell, halt von einem Einsteiger gut beherrschbar. Von der Verarbeitung sollte er so sein, dass er zumindest langlebig ist. Ich erwarte keine Hightech-Materialien, sondern eher Robustheit. Und dazu natürlich auch nicht zu teuer. Also worauf habe ich jetzt konkret geachtet? Ich wollte einen Drachen haben, der ein Gestänge aus Glasfaser hat. Glasfaser ist deutlich flexibler und dadurch robuster als Kohlefaser und dazu auch noch günstiger, was für einen Einsteiger ja auch ganz gut ist. Weiterhin sollte der Lenkdrachen ready2fly sein, also mit allem Zubehör ausgeliefert werden, das für den Flug notwendig ist. Konkret bedeutet das, dass der Drachen mit Drachenschnüren und Griffen bzw. Halteschlaufen ausgestattet ist. Dazu sollte es ein Drachen sein, der auch später noch Spaß macht wenn man etwas fortgeschrittener ist. Das wiederum heißt für mich konkret, dass er entweder Richtung Power und Speed geht, oder dass man mit ihm einfache Tricks umsetzen kann. Da ich einem Einsteiger aber keinen Power und Speed-Dachen empfehle, blieb es bei der Trickfähigkeit. Und genau so einen Drachen habe ich im Internet auch gefunden. Der Tomboy von der Firma Spiderkites aus Hamburg. Auf der Homepage habe ich dann sogar entdeckt, dass man den Drachen bei Stormy Monday in Cuxhaven kaufen kann. Ich wusste bis zu diesem Zeitpunkt gar nicht, dass es in Cuxhaven wieder einen Drachenladen gibt. Also hab ich zum Telefon gegriffen und bei Stormy Monday in Cuxhaven angerufen. Also den Laden gibt es wirklich. Telefoniert habe ich mit dem Jörn. Ich habe Jörn von dem Podcast hier erzählt und gefragt, ob sich der Tomboy als Einsteigerdrachen eignet, was er mir ausdrücklich bestätigt hat. Aber ich sollte doch noch den Carsten in Hamburg anrufen. Carsten ist einer der Inhaber von Spiderkites. Das habe ich dann auch gemacht. Carsten hat mir die Einsteigertauglichkeit ebenfalls bestätigt, aber mich noch auf den Preis hingewiesen. Für viele Einsteiger sei die Hürde zu groß, 80 EUR auf den Tisch zu legen und er meinte, dass er mir noch einen Drachen beilegt, den ich auch gerne testen kann. An dieser Stelle auch vielen Dank an Spiderkites, für die tolle Unterstützung.

Ok, ich habe jetzt also zwei Drachen und nachdem ich beide Drachen geflogen bin, kann ich auch beide Drachen als Einsteigerdrachen empfehlen. Wobei ich ehrlich sagen muss, dass der Tomboy meine persönlichen Kriterien besser erfüllt als der Wingman, aber dazu später mehr.

Mein erster Eindruck war bei beiden Drachen absolut positiv. Wenn man bedenkt, dass man für einen Drachen auch 200 EUR und mehr ausgeben kann, darf man hier natürlich kein High End erwarten. Trotztdem war ich echt positiv überrascht, was die Verarbeitung angeht. Die war echt ordentlich. Gespart wurde nicht an der Qualität, im Sinne von Verarbeitung, sondern nur an der Wahl der Materialien. Also die Stäbe sind aus Glasfaser und nicht aus Kohlefaser. Aber genau das ist auch für den Einsteiger ein Vorteil. Glasfaser ist flexibler als Kohlefaser und wenn dir der Drachen abstürzt, dann geht nicht sofort eine Stange zu Bruch. Also Kohlefaser bricht auch nicht sofort, aber deutlich eher als Glasfaser. Das Segel ist ebenfalls ein eher günstiges, wobei man auch hier sagen muss, dass das für einen Einsteigerdrachen ein Vorteil ist, weil es in der Regel dicker, und damit robuster ist. Beim Tomboy sind die einzelnen Panele im Segel auch rund geschnitten, was optisch was her macht und natürlich in der Herstellung auch aufwendiger ist. Von daher handelt es sich bei beiden Drachen um robuste Modelle, wo ich von der Verarbeitung her absolut nichts zu beanstanden habe. Der Tomboy hat sogar ein Hybrid-Gestänge, das ist wohl irgendwie eine Mischung aus Glas- und Kohlefaser. Auf jeden Fall sind die Stangen auch sehr flexibel, gehen so in Richtung Glasfaser. Jörn hat mich am Telefon noch darauf hingewiesen, dass man die Stangen beim Tomboy später auch gegen Kohlefaser tauschen kann und dann noch mehr Performance aus dem Drachen herausholen könnte. Klar, Stangen kann man natürlich immer tauschen, aber das ist nicht immer sinnvoll. Von daher war das an dieser Stelle auch ein wertvoller Hinweis. Wie der Drachen mit Kohlefaser fliegt, kann ich heute aber noch nicht sagen. Bin ihn bis jetzt nur mit dem Original-Gestänge geflogen. Vermutlich wird sich der Windbereich sowohl nach oben als auch nach unten vergrößern und präziser zu lenken sein. Auf jeden Fall ist es schön zu wissen, dass der Drachen entsprechend aufgerüstet werden kann.

Von der Ausstattung her sind beide Drachen ready2fly, werden also mit Schnüren und Griffen, bzw. Lenkschlaufen verkauft. Die Leinen sind beim Tomboy sind 25 Meter lang, beim Wingman stand es nicht dabei und ich habe auch nicht nachgemessen. Es dürften aber auch so um die 25 Meter sein. Auf jeden Fall passt hier auch in beiden Fällen die Leinenlänge zum Drachen und zur Zielgruppe. Beim Tomboy liegen auch Dyneemaleinen bei, also die Sorte mit einer geringeren Dehnung. Es sind zwar nicht die besten und haben eine eher grobere Flechtung. Beim Wingman sind es nur Polyesterleinen, aber gut, für 30 EUR ist auch das durchaus in Ordnung.

So richtig positiv sind mir die Drachentaschen aufgefallen. Die sind wirklich hochwertig. Beim Tomboy würde ich das auch so erwarten, beim Wingman war ich darüber aber echt überrascht. Die Drachentasche vom Tomboy kann übrigens noch in der Größe verändert werden. Also die Tasche wird einfach umgeklappt und der umgeklappte Teil wird durch einen Klettverschluss fixiert. Das ist durchaus sinnvoll, denn der Tomboy hat eine Spannweite von 1,95 Meter und im zusammengebauten Zustand ist er etwa 1,35 Meter lang. Aber die Leitkanten, also die beiden äußeren Stangen können geteilt werden. Damit ist der Auf- und Abbau zwar minimal aufwändiger, aber das Packmaß beträgt dann nur etwa 85 Zentimeter. Der Wingman hat eine Spannweite von 1,50 Meter, da ist die Teilung nicht unbedingt notwendig.

So genug mit den technischen Daten. Wie fliegen die Vögel denn nun? Also beide Drachen sollen ab 2 Windstärken gehen. Also die Windstärke 2 beginnt bei 6 km/h, jedoch würde ich beide Drachen nicht bei 6 km/h fliegen. Wenn du wirklich konstant mindestens 6 km/h hast, dann kannst du die Drachen vielleicht in der Luft halten, aber so richtig Spaß macht das nicht. Probieren konnte ich es allerdings nicht, weil der Wettergott mir keine exakt 6 km/h serviert hat. Also ich würde gerade als Einsteiger die Drachen eher bei Windstärke 3-4 fliegen. Beide Drachen sind beherrschbar, nicht zu schnell und gutmütig. Aber wenn du zu wenig Wind hast, dann fallen Sie aber zu Boden. Logisch. Den Tomboy kann man da vielleicht noch bei kleineren Windaussetzern etwas leichter retten und mit mehr Erfahrung auch tendenziell bei weniger Wind fliegen. Außerdem ist der Tomboy trickfähig und Tricks werden eher bei weniger Wind geflogen. Er ist zwar eher Allrounder als Trickdrachen, aber erste Tricks lassen sich mit dem Tomboy fliegen, zumindest wird es so vom Hersteller angegeben. Ich selbst habe mit dem Tomboy ein paar Axels geschafft, aber ich bin was Tricksen angeht auch noch ein ziemlicher Anfänger.

Meine persönliche Empfehlung geht zum Tomboy. Der Wingman ist definitiv ein toller Lenkdrachen, aber ich denke, dass der Drachen recht bald der limitierende Faktor für mehr Spaß sein wird. Der Tomboy hat hier einfach mehr Potenzial, vor allem halt durch die Trickfähigkeit. Für 30 Euro bekommt man mit dem Wingman einen super Lenkdrachen, den ich einem Einsteiger bedingungslos empfehlen kann. Aber wenn du bereit ist, etwas mehr Geld auf den Tisch zu legen, dann erhält du mit dem Tomboy einen Lenkdrachen, mit dem du auch langfristig Spaß haben wirst. Oder du lässt dich vom Wingman anfixen und holst dir dann den Tomboy. Ich persönlich werde den Tomboy jedenfalls auch zukünftig fliegen.

So, das war es auch schon wieder. Wenn dir dieser Podcast gefällt, dann empfehle ich dir, den Podcast bei iTunes zu abonnieren. Außerdem freue ich mich total über eine 5-Sterne Bewertung oder eine Rezension bei iTunes. Also dann, bis zur nächsten Folge. Ciao und Let‘s Kite!

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